Ötscher Marathon 2007
Montag, 23. Juli 2007
Heiße Duelle beim Ötscher Ultra
Gschwandegger schlägt "Wüstenfuchs" al Aqrag
Bildquelle: © Veranstalter
Beim 11. ERSTE-SPARINVEST-ÖTSCHER-ULTRAMARATHON ging es nicht nur wegen der extremen Temperaturen heiß her, sondern das "Ländermatch" Österreich gegen Jordanien blieb trotz der knapp 70 Km bis zum Schluss extrem spannend. Während über Rundfunk aufgrund der extremen Hitze von jeder Aktivität im Freien abgeraten wurde nahmen 65 TeilnehmerInnen aus 6 Nationen einen der schwersten Geländemarathons Europas im "Land der Bären " am Ötscher in Angriff.
Am ersten Tag galt es 50 Km in einer großen Schleife rund um den Ötscher und durch seine berühmten, landschaftlich sensationellen Gräben mit 1850 Höhenmeter im Anstieg zu bewältigen. Nicht ohne Grund wurde dieser Lauf bereits von mehreren internationalen Laufzeitungen zu den weltweit schönsten Runs gezählt. Aufgrund der hohen Temperaturen konnten allerdings die meisten Läufer die Gegend nur zum Teil genießen, galt es doch sich auf die Strecke und seinen Körper zu konzentrieren und vor allem genügend Flüssigkeit aufzunehmen.
Nicht nur aufgrund der Hitze sondern vor allem wegen seiner Weltklasseleistungen (u.a. 2006 Zweiter beim Saharamarathon) galt der Jordanier al Aqra als klarer Sieganwärter, hatte er doch bereits 5 Mal den Ötscher als Gesamterster verlassen. Gespannt war man auch auf des Abschneiden des Weltrekordhalters im Double- und Triple-Ironman Luis Wildpanner, der u.a. auch schon Europameister über 100 Km war. Aus der heimischen Elite waren Geschwandegger (Foto), Prokesch und Ortner durchaus auch auf den Podestplätzen zu erwarten. Gschwandegger konnte tatsächlich al Aqra Paroli bieten und über die gesamte 1. Etappe ein heißes Gefecht liefern.
Bildquelle: © Veranstalter
Schlussendlich hatte al Aqra mit einer Zeit von 4:10:16 nur einen hauchdünnen Vorsprung von 23 Sekunden (!) auf den Lunzer Harald Geschwandegger, schon 9 Minuten dahinter der Jordanier al Sweti. Rang 4 ging mit 4:20 an Heinrich Prokesch (ebenfalls aus Lunz) gefolgt von Neuhold Karl und Franz Ortner. Bei den Damen war die Ungarin Zita Tengerdi mit 5:14:10 eine Klasse für sich, dahinter Mariya Ostrovska aus der Ukraine und die Steirerin Margit Hirtzy.
Aufgrund Schlechtwetters musste die Königsetappe über den "Rauen Kamm"- den Bergrücken des Ötschers- der Alternativroute weichen, die etwa 17 Km mit ca. 900 Höhenmeter (up and down) aufwies. Dieser Lauf wurde auch als eigenständiger Ötscher-Mountain-Run gewertet.
Hinter dem Tagessieger Gerhard Hötschl, der nur diesen Lauf bestritt und mit sensationellen 1:22:37 gewann, matchten sich al Aqra und Gschwandegger um den Gesamtsieg und damit auch den größten Happen der 5000,- Euro Geldprämie. Während al Aqra am höchsten Punkt noch die Nase vorne hatte und ja auch noch auf seinen Vorsprung von 23 Sekunden vom Vortag hoffen konnte, schlug Harald mit einem Kamikaze-Downhill- Lauf zu und holte sich noch mit einem Vorsprung von 2 Minuten 47 und der Gesamtzeit von 5:37:10 den Ultra-Gesamtsieg. Auf Platz 3 landete al Sweti vor Prokesch, Potoschnig, Neuhold und Ortner.
Bei den Damen blieb Zita Tengerdi mit 7:07:28 klar auf Rang 1, gefolgt von Mariya Ostrovsak und Margit Hirtzy. Beim Mountain-Run war Petrova Oksana aus der Ukraine mit 1:36:50 die schnellste Dame.
Ein ansprechendes Rahmenprogramm mit einem Vortrag des WWF zum Bärenthema am Ötscher, die aktuell letzten Bilder von der Strecke geschossen von einem Profifotografen, eine angenehme Musikbegleitung und die sehr familiäre Atmosphäre hat die meisten TeinehmerInnen zu den Abschiedsworten "..wir kommen nächstes Jahr sicher wieder" bewogen, wohl das schönste Kompliment für den Cheforganisator Herbert Egger (ebenfalls jahrelang Ultraläufer) und für den Vertreter des Hauptsponsors Franz Gschiegl von der ERSTE-SPARINVEST, der sich auch über seinen zweiten Klassenrang und Rang 21 in der Gesamtwertung freute.



