Berlin Marathon
Samstag, 29.09.2007
Blick der Spitzenläufer auf morgigen Berlin Marathon
Philipps und Hailes Perspektiven
Bildquelle: © SCC running
Aufgrund einer Knochenhautentzündung muss Sammy Korir auf seinen Start beim 34. real,- BERLIN-MARATHON am kommenden Sonntag verzichten. Der Kenianer teilte dies am vergangenen Mittwoch über sein Management den Veranstaltern von SCC-RUNNING mit. Sammy Korir ist mit 2:04:56 Stunden der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten.
"Wir haben versucht, das Problem kurzfristig in den Griff zu bekommen, doch leider reicht die Zeit dafür bis Sonntag nicht aus. Dadurch musste Sammy auf seinen Start verzichten", erklärte der italienische Manager des Läufers, Federico Rosa. Eine weitere Absage mussten die Organisatoren des real,- BERLIN-MARATHON hinnehmen: Der Spanier Javier Cortes verzichtet aufgrund mangelnder Form auf den geplanten Start.
Topfavorit und Titelverteidiger Haile Gebrselassie (Äthiopien) wird bei seiner Jagd nach dem Weltrekord von Paul Tergat (Kenia), der 2003 in Berlin in 2:04:55 Stunden vor Sammy Korir triumphierte, dennoch auf hochkarätige Konkurrenz treffen. Darunter sind unter anderen die Kenianer Philip Manyim, der real,- BERLIN-MARATHON-Sieger 2005, und der frühere 3.000-m-Hindernis-Weltrekordler Bernard Barmasai.
Philipp Manyim (KEN) - real,- BERLIN-MARATHON Sieger 2005
"Bei meinem Sieg vor zwei Jahren hier in Berlin war ich in einer ausgezeichneten körperlichen Verfassung. Auch jetzt ist meine Form ziemlich gut, sodass ich vielleicht sogar persönliche Bestzeit laufen kann. Wenn das Anfangstempo nicht zu schnell ist, könnte ich für Haile Gebrselassie ein ernstzunehmender Konkurrent sein. Beim Weltrekordlauf von Paul Tergat war das Anfangstempo auch nicht so schnell. Die Steigerung kam erst in der zweiten Rennhälfte. Sollte das Rennen am Sonntag am Anfang allerdings zu temporeich sein, werde ich wahrscheinlich nicht mithalten können."
Haile Gebrselassie (ETH) - Vorjahressieger beim real,- BERLIN-Marathon in 2:05:56 Stunden
"Beim Rennen im vergangenen Jahr waren die letzten fünf, sechs Kilometer mein großes Problem. Die haben richtig wehgetan. Aus diesem Grunde habe ich mehr Wert auf die Ausdauer gelegt, glaube aber, dass ich nichts an Geschwindigkeit verloren habe. Berlin ist ein sehr schneller Kurs. Die Statistiken sprechen für sich, viele Athleten sind hier ihre Bestzei gelaufen. Aber ich kann nicht sagen, welche Zeit am Ende rauskommen wird.
Die von mir erwähnte Zeit von 2:03 lässt sich leicht sagen und schreiben, aber die Leistung hierfür zu erbringen ist etwas anderes. 2006 bin ich die letzten Kilometer allein gelaufen, aber Konkurrenz ist wichtig. Ein Gegner spornt einen an und hilft auf den letzten Kilometern, nochmals alles zu geben.
Die Regenerationszeit nach einem Marathon beträgt für einen Topathleten wie mich zwei bis drei Wochen, dann kann man wieder mit dem Training anfangen.
Bei fünf Wochen Pause ist es auch nicht außergewöhnlich, wenn man wie Gete Wami in New York antritt, um den Jackpot noch zu gewinnen. Ich hätte die Möglichkeit, jede Woche bei einem Marathon anzutreten und für Geld zu laufen. Aber ich laufe schon lange nicht mehr ums Geld, denn dann vergisst man sein Hauptziel. Bisher habe ich dreimal ernsthaft versucht, den Weltrekord auf der Marathondistanz zu brechen. Beim ersten Mal in Amsterdam herrschte zuviel Wind und letztes Jahr in Berlin hat es auch nicht geklappt. Am Sonntag will ich den dritten Versuch in Angriff nehmen. Der Unterschied zu den Rennen auf der Bahn wie zum Beispiel über 10 km zu einem Marathon besteht darin, dass man sich auf der Bahn allein mit der Konkurrenz und der Zeit auseinandersetzen muss. Bei einem Marathon kommt als dritte Erschwernis der Streckenverlauf hinzu. Es ist niemals leicht, einen Weltrekord zu laufen. Auf der Bahn habe ich hierin reichlich Erfahrung. Beim Marathon dagegen ist mir noch keine Weltrekordzeit gelungen. Das ist der Unterschied. Ich bin für den kommenden Lauf sehr zuversichtlich, denn mit Berlin verbinden mich glückliche Erinnerungen. Ich laufe in dieser Stadt schon lange und habe noch nie verloren. Sie hat mir also immer Erfolg gebracht. Ich hoffe, dass die Temperaturen während des Rennens um die 17, 18 Grad liegen und es weder regnet noch windet. Bei Regen kann man seinen Lauf nicht so gut kontrollieren, man verliert sehr leicht die Balance, wenn man wie ich über den Vorfuß abrollt. Ich habe zwar unterschiedliche Schuhe probiert, einige sind besser als andere, aber man muss vor allem beim Regen auf die Straße aufpassen.
Über meine Ambitionen und Ziele in den kommenden Jahren kann ich nur soviel sagen, dass ich auf jeden Fall an den Olympischen Spielen in Peking 2008 teilnehmen möchte und auch zu den Weltmeisterschaften 2009 nach Berlin zurückkehren will."



