Vienna City Marathon

Freitag, 25. April 2008

Vienna City Marathon 2008

Sportliche Glanzlichter versichert

Allen voran ist Abel Kirui beim Rennen am Sonntag, das um 9:00 Uhr auf der Wagramer Straße vor der Reichsbrücke gestartet wird, in der Favoritenrolle. Der 25-jährige Kenianer hat 2007 in Wien in 2:10:41mit dem dritten Platz zum ersten Mal bei einem Marathon international aufgezeigt. Im vergangenen Herbst gelang ihm in Berlin mit persönlicher Bestzeit von 2:06:51 Stunden der Durchbruch zur Weltklasse. Nur Lauflegende Haile Gebrselassie, der in diesem Rennen Weltrekord erzielte, war vor ihm. Kiruis Speed-Marke war 2007 die sechstbeste der Welt. "Ich möchte etwa von 63:30 Minuten auf der ersten Hälfte anlaufen. Eine Zeit von 2:07 ist mein Ziel", sagte er auf der Pressekonferenz in Wien. Kurzfristig setzte er die Besucher mit der Aussage in Staunen, dass er auch den Weltrekord in sich habe. "Aber noch nicht am Sonntag", fügte er dann hinzu. Der Streckenrekord von 2:08:20 Stunden, gelaufen 2006 vom Marokkaner Lahoucine Mrikik, scheint aber in Gefahr.

Die Herausforderer: Training mit Olympiateam

Mehrere weitere Läufer wollen eine One-Man-Show an der Spitze verhindern. Paul Biwott wird seine Bestzeit von 2:08:17 angreifen. William Todoo Rotich, der zuletzt mit 60:12 Minuten beim Berliner Halbmarathon beeindruckt hat, gibt als Motto vor: "Wichtig ist, dass wir zusammen arbeiten für eine gute Zeit." Zwei Debütanten können am Sonntag für eine Überraschung gut sein. Duncan Kibet, der mit 60:22 Minuten eine starke Halbmarathonzeit und mehrere Straßenlaufsiege in den USA vorweisen kann: "Ich erwarte eine gute Leistung." Gemeinsam mit London-Sieger Martin Lel, Halbmarathon-Weltrekordler Samuel Wanjiru und Boston-Sieger Robert Cheruiyot hat er sich auf seine Marathonpremiere vorbereitet. Dieses Trio wurde kürzlich als kenianisches Team für den Olympiamarathon nominiert. "Ich habe auch die langen Trainingsläufe mit ihnen gemacht, daher bin ich sehr zuversichtlich. Meistens bin ich ein "Frontrunner". Sie haben mir aber geraten, mich zurückzuhalten, um Kräfte zu sparen." Auch Philemon Kisang, zweifacher Sieger des Stramilano Halbmarathons, ist guter Dinge: "Ich werde das Tempo der Spitze mitgehen." Veranstalter Wolfgang Konrad hat in Absprache mit Elite-Koordinator Mark Milde kurzfristig eine Versicherung auf Prämienzahlungen, die bei schnellen Zeiten fällig sind, abgeschlossen: "Die Bedingungen werden gut, die Läufer sind in Form. Dafür wollen wir vorbereitet sein."

Frauenelite: Duell um das Double

Bei den Frauen wird es ein Duell um das Double geben: Gleich zwei VCM-Siegerinnen der letzten Jahre sind am Sonntag beim 25. Vienna City Marathon am Start: Titelverteidigerin Luminita Talpos aus Rumänien und Tomo Morimoto aus Japan, die im Jahr 2006 in Wien triumphiert hat. Auch die Kenianerin Beatrice Omwanza könnte in die Entscheidung um die Top-Platzierungen mitreden.

Die 24-jährige Tomo Morimoto kommt mit besten Erinnerungen nach Wien. 2006 hatte sie in ihrem erst zweiten Marathon mit 2:24:33 Stunden, immer noch ihre persönliche Bestzeit, von sich Reden gemacht. "Das war mein erster Marathonsieg, noch dazu in einer sehr guten Zeit. Es war wunderbar in Wien", ist es ihr nicht schwer gefallen, an die Stätte ihres bisher größten Erfolges zurückzukehren. Für das Rennen gibt sie vor: "Ich will persönliche Bestzeit laufen." Mit täglich 30-40 Trainingskilometern hat sie sich unter anderem in Albuquerque (New Mexico) auf Wien vorbereitet. Somit könnte auch bei den Frauen der Streckenrekord fallen, den die Italienerin Maura Viceconte im Jahr 2000 mit 2:23:47 Stunden gelaufen ist.

Eine starke Leistung hat auch Luminita Talpos angekündigt. "Erstes Ziel ist es, mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Ich bin sehr gut in Form und möchte 2:25 Stunden laufen." Ihre Bestzeit von 2:27:32 Stunden müsste sie damit gleich um zwei Minuten unterbieten. Mit ihrer Halbmarathonbestzeit von 69:01 Minuten, die sie im Oktober 2007 bei der Halbmarathon-WM in Udine gelaufen ist, darf man ihr eine solche Leistung zutrauen. Für den Vienna City Marathon hat sie sich vier Monate lang in Boulder, Colorado, vorbereitet. "Es ist ein großer Vorteil, Wien und die Marathonstrecke schon zu kennen. Ich freue mich sehr auf den Sonntag." Möglicherweise kann auch Beatrice Omwanza, die Paris- Siegerin von 2003, eine gute Vorstellung liefern. "Ich möchte im Bereich von 2:27-2:28 Stunden laufen", gibt sie vor. Mit ihrer Bestzeit von 2:27:19 Stunden aus Berlin 2004 hat sie das Potenzial dazu.

Österreicher-Wettlauf: Routinier und Rookie

Spannend wird auch die Entscheidung um den Titel des schnellsten Österreichers. Die beiden Kärntner Roman Weger (Foto), 33, und Markus Hohenwarter,28, sind bestens vorbereitet für den Jubiläumsmarathon in Wien. Beide stammen aus der 570 Einwohner zählenden Ortschaft Grafendorf im Oberen Gailtal in Kärnten. Weger: "Wir kennen uns, seit Markus fünf Jahre alt war." Er wird beim VCM seinen insgesamt 18. Marathon in Angriff nehmen: "Das Training ist fast optimal gelaufen. Es ist mein Lebensziel, einmal unter 2:15 Stunden zu laufen. Bei einem optimalen Lauf kann ich das schaffen. Die erste Rennhälfte werde ich in 1:07-1:07:30 anlaufen. Man weiß aber nie was passiert." 2006 war Weger mit dem zehnten Platz in 2:16:23 bester Österreicher beim VCM, ebenso 2007 mit Rang 14 in 2:18:22. Markus Hohenwarter wird beim VCM seinen erst zweiten Marathon bestreiten.

Vergangenes Jahr war er in Wien als Tempomacher für Roman Weger 23 Kilometer weit dabei: "Die Atmosphäre war enorm. Seit diesem Tag hab ich gewusst: Hier will ich mitlaufen, und zwar möglichst bald!" Sein Marathondebüt in Salzburg hat er einige Wochen später in 2:24:41 Stunden absolviert: "Damals war ich noch nicht richtig für den Marathon vorbereitet. Diesmal habe ich spezifisch für längere Distanzen trainiert, im Durchschnitt 140 Kilometer in der Woche", erwartet er für den VCM eine deutliche Verbesserung. "Mein Ziel ist eine Zeit unter 2:20 Stunden. Ich werde erst im Rennen entscheiden, ob ich das Tempo von Roman mitlaufen werde. Ich muss horchen, ob mein Körper mir grünes Licht dafür gibt. Eine Zeit von 1:07 beim Halbmarathon ist ziemlich mein oberstes Level."

Quelle: Pressemitteilung

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