Transalpine Run

Freitag, 11. Juli 2008

Interview

Uta Albrecht und Wolfgang Pohl über die neue Route des GORE-TEX Transalpine-Run

Am 30.08.2008 startet der GORE-TEX Transalpine-Run bereits erneut über die Alpen. Im April 2008 wurde die neue Strecke des GORE-TEX Transalpine-Run vorgestellt. Für den Lauf über die Alpen wurde von den Veranstaltern eine Route vom oberbayerischen Ruhpolding nach Sexten in Südtirol präsentiert, die nicht nur um 60 Kilometer länger ist als die bisherige Oberstdorf-Latsch-Route, sondern auch zusätzliche 500 Höhenmeter aufweist.

Insgesamt müssen von den Zweier-Teams 14.300 Höhenmeter im Aufstieg bewältigt werden. Bis Anfang Juni haben sich bereits ca. 230 Teams für die Herausforderung Alpenüberquerung per pedes angemeldet. In acht Tagesetappen werden sie insgesamt 300 Kilometer zurücklegen.

Federführend für die neue Strecke des GORE-TEX Transalpine-Runs ist Frau Uta Albrecht vom Veranstalter Plan B und der Streckenchef Wolfgang Pohl von der Vivalpin GmbH. Gegenüber 42zwei.com äußerten sie sich zu den Besonderheiten der neuen Strecke.

Die Etappenorten stehen fest, die Strecke ist in den Karten fixiert. Wie viel Zeit und Arbeit haben Sie in die neue Streckenführung des GORE-TEX Transalpine-Run investiert?

Die Etappenorte stehen zwar fest, die Strecke wird aber erst endgültig während der Erkundung fixiert, denn die abschließende Festlegung der genauen Routenführung kann nur direkt im Gelände durch Wolfgang Pohl erfolgen. Als Gesamtaufwand inklusive der theoretischen Planung anhand der topographischen Karten, der Erkundung mit exakter Vermessung der Strecke und der weiteren Vorreisen (z.B. mit den Leitern der Kontroll- und Verpflegungsstellen) hat er mit seinem Team ca. 4 Wochen zum Teil sehr schweißtreibende Arbeit investiert. Die Planungen im Büro und die Bestimmung der Orten hat sehr viel eher begonnen und weitaus länger gedauert. Die ersten konkreten Gespräche fanden bereits kurz nach dem dritten GORE-TEX Transalpine-Run im Oktober 2007 statt.

Sieht man auf die Liste Etappenort, gewinnt man den Eindruck der Biathlon-Worldcup stand für die neue Route Pate? Schließlich stehen mit Ruhpolding, St. Ulrich am Pillersee und Antholz drei Weltcuporte auf dem Programm.

Dass die Etappenorte der neuen "Ostroute" z.T. auch Veranstaltungsorte von Biathlon-Worlcups sind, ist Zufall. Trotzdem kann man das auch als Glücksfall sehen, denn die Erfahrung dieser Ort bei der Organisation und Durchführung von bedeutenden Sportveranstaltungen wird sicherlich auch dem GORE-TEX Transalpine-Run 2008 zugute kommen.

Zukünftig soll der GORE-TEX Transalpine-Run abwechselnd auf den beiden Routen zwischen Oberstdorf-Latsch und Ruhpoding-Sexten stattfinden. Warum wurde eine zweite Route grundsätzlich notwendig?

Eine zweite Route wurde notwendig, da wir sehr viele "Wiederholungstäter" haben, d.h. diese Teilnehmer nehmen teilweise schon ununterbrochen seit 2005 teil und wollen jetzt natürlich eine neue Strecke kennen lernen. Um diesen Teilnehmern gerecht zu werden und allen Teilnehmern auch in Zukunft möglichst viel Abwechslung zu bieten, haben wir die neue "Ostroute" entworfen. Dadurch werden auch unsere zahlreichen internationalen Teilnehmer und Fans eine faszinierende andere Route durch die Alpen erleben.

Bildergalerie

Über die Alpen von Nord nach Süd: Bilder Transalpine Run 2007


Beim Vergleich beider Strecken sind die Tagesetappen der Ruhpolding-Sexten-Route deutlich länger. Drei Etappen sind über 40 Kilometer lang, die Königsetappe am zweiten Tag sogar 51 Kilometer. Der Bergsprint entfällt. Sollte der neue GORE-TEX Transalpine-Run prinzipiell anspruchsvoller werden?

Dies war sicherlich nicht das vorrangige Ziel, denn unbedingt anspruchsvoller sollte die neue Route gar nicht werden. Es ist vielmehr so, dass aufgrund der Entfernungen unter den Etappenorten diese Etappenlängen notwendig geworden sind und wir beim Design der Strecke gar keine andere Wahl hatten, denn wir wollen ja auch in Zukunft auf möglichst schönen und einzigartigen Trails laufen und weniger neben den direkten Verkehrswegen. Und so hat sich die neue "Westroute" ganz nebenbei zu einer noch härteren Route entwickelt als dies die bekannte "Ostroute" schon war.

Wie sieht das Höhenprofil der Strecke zwischen Ruhpolding und Sexten aus. Das "neue Dach der Tour" liegt mit 2.791 Höhenmeter am Gänsebichljoch, auf der klassischen Transalpine-Strecke wurde die 3.000er Marke knapp überschritten. Dominieren bei der neuen Wegführung eher lang gezogene, flache Anstiege oder sind sie kurz und knackig?

Auch die neue Strecke bietet äußerst viel Abwechslung und spricht sowohl den alpin-angehauchten Trailrunner bzw. Bergläufer als auch den klassischen Marathonläufer an. Dass der höchste Punkt der neuen Strecke "nur" 2791 Meter hoch ist, ist dabei keine Einschränkung. Im Gegenteil auf der neuen "Ostroute" gibt es natürlich auch wieder atemberaubend schöne und teilweise auch sehr anspruchsvolle Passagen.

Wem glauben Sie kommt die neue Streckeführung entgegen? Den erfahrenen Ultra-Läufern oder Transalpine-Einsteigern.

Die neue Strecke des GORE-TEX Transalpine-Run kommt ganz klar den erfahrenen Ultra-Läufern entgegen, die auch einen "Verwandten" im alpinen Gelände haben. Aber auch die Walker werden auf der neuen Route auf ihre Kosten kommen.

Es gab auf der klassischen Route einige spektakuläre, seilversicherte Passagen. Finden sich solche Abschnitte auch auf der neuen Strecke oder wurde sie entschärft?

Auch auf der neuen "Ostroute" gibt es wieder sehr spektakuläre und teilweise seilversicherte Passagen, die jedoch für versierte und alpin erfahrene Läufer kein Problem darstellen. Besonders diese Passagen machen ja einen solchen Lauf durch die Alpen aus und faszinieren die Teilnehmer aus der ganzen Welt.

Man kann sicher nicht davon sprechen, dass die 60 Kilometer kürzere Oberstdorf-Latsch-Route die somit leichtere Alpenüberquerung im Rahmen des GORE-TEX Transalpine-Run darstellt. Beide Routen haben sicher ihre Besonderheiten. Wie würden Sie die beiden Strecken charakterisieren.

Die bekannte "Westroute" ist mit Sicherheit keine leichte Alpenüberquerung und immer noch eine äußerst anspruchsvolle und herausfordernde Route. Dennoch wird die neue Route von Ruhpolding nach Sexten/I eine noch härtere, weil längere und mit größeren Höhenunterschieden gespickte Strecke. Für die Zukunft würde ich daher allen Einsteigern eher die Route Oberstdorf - Latsch empfehlen und die neue "Ostroute" nur den wirklich leistungsstärkeren Athleten unter den Trailrunnern. Dies liegt auch daran, dass es auf der neuen Route keinen "Ruhetag" mehr geben wird, wie wir ihn noch in Scuol/CH mit unserem Bergsprint hatten.

Welche Etappe der 2008-er Route stellt für Sie den Höhepunkt des GORE-TEX Transalpine-Run dar.

Hier könnte ich sicherlich alle Etappen nennen, denn jede hat ihre absoluten Highlights. Wenn ich aber eine Etappe herausgreifen müsste, dann vielleicht die Schlussetappe von Niederdorf/I nach Sexten/I, denn unter den berühmten Drei Zinnen durch diese unglaublich schöne, archaische Dolomitenlandschaft zu laufen, wird bestimmt kein Teilnehmer je wieder vergessen. Allerdings wird jeder Teilnehmer sein persönliches Highlight auf einer anderen dieser spektakulären Etappen finden.

Vielen Dank Frau Albrecht und Herr Pohl, dass Sie sich für das Gespräch Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen und allen Teilnehmer acht erlebnisreiche und wunderbare Tage in den Alpen.

Informationen und Anmeldeunterlagen, sowie eine Partnersuche zwecks Teambildung für Damen, Herren, Mixed und Classic (Teamalter insgesamt 80 Jahre und älter) finden Interessierte auf der Website des GORE-TEX Transalpine-Run unter www.transalpine-run.de .

Quelle: 42zwei.com

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