Etwas versteckt mag das Fichtelgebirge ja sein. Im Norden Bayerns, zwischen Bayreuth und der tschechischen Grenze, ziehen sich seine sanften, waldreichen Bergkuppen bis auf 1.000 Höhemeter. Seit 1999 treffen sich ambitonierte Marathonis einmal im Jahr in Weißenstadt um nach Wunsiedel zu marathonen. 42zwei.com sprach mit Peter Karl über die Besonderheiten des Fichtelgebirgsmarathon.
Steht dem Orga-Team des Fichtelgebirgsmarathon vor: Peter Karl
Der Fichtelgebirgsmarathon ist ein Natur- und Landeschaftmarathon. Kann man das so sagen?
Der Fichtelgebirgsmarathon führt von Weißenstadt ins Fichtelgebirgsstadion nach Wunsiedel durch den Naturpark Fichtelgebirge, der unter anderem die größte Population von Auerhühnern in Nordbayern beheimatet. Die Strecke führt zuerst auf den Scheeberggipfel. Hier kann man bei guten Bedingungen bis Bamberg im Westen und nach Tschechien blicken. Anschließend geht es durch den Wald Richtung Tröstau bergab. Darauf hin bietet sich ein wunderbarer Blick über das Tröstauer Tal. Auch beim gegenüberliegenden Anstieg zur Kösseine sollte man nicht vergessen sich nochmals umzusehen. Es lohnt hier wirklich mit offenen Augen zu laufen!
Trotzdem aller Naturschönheit kann man die Strecke des Fichtelgebirgsmarathon als anspruchsvoll bezeichnen.
Die Strecke ist schwer! Das muss man definitiv so sagen! Beim ersten Aufstieg zum 1051 Meter hohen Schneeberg, der übrigens der höchste Berg des Fichtelgebirges ist, sind bis Kilometer Neun 350 - 400 Höhenmetern überwinden. Dann kommt bei Kilometer ein 28 der zweite große Anstieg auf die Kösseine mit etwa 280 Höhenmetern.
Da heißt es mit den Kräften gut haushalten?
Man sollte besonders am ersten Anstieg auf den Schneeberg mit den Kräften sparsam umgehen. Gerade Läufer, die schon öfters beim Fichtelgebirgsmarathon angetreten sind, wissen das und gehen die alte Militärstraße zum Schneeberggipfel. Das ist häufig vorteilhafter als ein kräftezehrender Laufschritt. Die "verlorene" Zeit holt man dann leicht beim zweiten Anstieg bei Kilometer 28 ein, wenn man sich seine Körner gut eingeteilt hat.
Aufgrund der wunderschönen Natur und Streckenführung durch das Fichtelgebirge sollte ohnehin Naturgenuss vor persönlicher Bestzeit stehen.
Absolut! Wir haben uns von Beginn an - was inzwischen ja auch schon über zehn Jahre zurückliegt - Gedanken gemacht, wie wir den Läufern die schönste Strecke durch das Fichtelgebirge anbieten können. Die Schönheit des Fichtelgebirges im Rahmen des Fichtelgebirgsmarathons zu zeigen steht im Vordergrund. Die Marathonroute führt über Berge, durch Täler und Wälder und entlang von Seen. Sie zeigt das Fichtelgebirge von seiner schönsten Seite.
Als Alternative, für Läufer, die sich auf den Anstieg zum Schneeberg verzichten möchten, gibt es ja auch einen Halbmarathon.
Der Halbmarathon startet in Leupoldsdorf und ist dann mit der zweiten Hälfte des Fichtelgebirgsmarathons identisch. Das heißt, es muss nur der wesentlich niedrigere Anstieg an der Kösseine bewältigt werden. Hier verläuft die Strecke ja ohnehin unterhalb des Gipfels. Wir haben übrigens auch viele Paar und Gruppen, die diese Möglichkeit gezielt wahrnehmen und sich auf beide Strecken aufteilen.
Auch beim schönsten Landschaftsmarathon will einer der Schnellste sein. Letztes Jahr gewann Klaus Wiesner seinen Lieblingsmarathon. Welche Favoriten sind beim 10. Jubiläum am Start?
Klaus Wiesner aus Staffelstein wird seinen Titel dieses Jahr verteidigen. Ein weiterer Lokalmatador ist Harald Schricker von der SGB Stadtsteinach. Beide halten uns seit Jahren die Treue und man kann gespannt sein, wie dieses Laufduell ausgeht. Mit über 40 sind die beide auch nicht mehr die Jüngsten!
Da hat sich also eine Fangemeinde des Fichtelgebirgsmarathon etabliert.
In der Tat. Wir haben seit der zweiten Auflage des Fichtelgebirgsmarathons immer Wiederholungsstarter. Es gibt sogar eine Gruppe von 15 besonders treuen Läufern, die uns seit zehn Jahren die Treue halten. Darunter ist sogar ein Läufer aus Tschechien! Das ist wirklich phänomenal und darüber freuen wir uns auch außerordentlich, wenn Läufer zehn mal den Marathon bei uns im Fichtelgebirge bestreiten. Das ehrt uns auch als Veranstalter.
Sie sind auf den Geschmack gekommen? Wer selbst, mit Freunden oder als Einzelstarter, am 11. Juli 2009 beim 10. Fichtelgebirgsmarathon über 42zwei Kilometer oder beim Halbmarathon noch dabei sein will, findet die Anmeldemodalitäten auf der Website des Veranstalters: www.fichtelgebirgsmarathon.de