>> FACTS: Zermatt Marathon

Donnerstag, 9. Juli 2009

Zermatt Marathon 2009

Wyatt und Landolt siegen souverän am Riffelberg

Was für Alpinisten die Besteigung des Matterhorns ist, ist für Bergmarathonis der Zermatt Marathon. Schon bei seiner 8. Auflage 2009 kann man ihn als Klassiker unter den Gebirgsläufen bezeichnen. Jonathan Wyatt pulverisierte beim Zermatt Marathon 2009, der vor der beeindruckenden Kulisse des Matterhorns finisht, den bisherigen Streckenrekord.

Jonathan Wyatt dominierte den Zermatt Marathon 2009 in Sichtweite des Matterhorns nach blieben

Jonathan Wyatt dominierte den Zermatt Marathon 2009 in Sichtweite des Matterhorns nach blieben.

Bereits am Vorabend des Zermatt Marathon 2009 hatten die Organisatoren Grund zur Freude. Gegen Abend stand fest, dass am 4. Juli 2009 ein Rekordteilnehmerfeld in St. Niklaus an den Start gehen würde. Am Tag vor dem Rennen hatten sich noch über 200 Teilnehmer nachgemeldet. Insgesamt waren somit über 1.600 Aktive beim 8. Zermatt Marathon 2009 gemeldet.

Die Startnummernausgabe erfolgte im für die Teilnehmer leicht erreichbaren Startort St. Niklaus. Am Vorabend wurden in Zermatt, im Rahmen der Barilla-Pasta-Party, die Startnummern an die Toppfavoriten überreicht. Allen voran an den mehrmaligen Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeland, der die Strecke des Zermatt Marathon zum ersten Mal unter die Laufschuhe nahm. Neben Wyatt zählten in der Herrenkonkurrenz die beiden Allgäuer Tobias Brack und Helmut Schiessel (Sieger 2007) und der Südtiroler Vorjahressieger Gerd Frick zum Favoritenkreis.

Bildergalerie

10. Zermatt Marathon 2011

Start in St. Niklaus In Zermatt ist die Wechslstelle für die Staffelläufer Nach Zermatt geht es richtig zur Sache Einmalig beim Zermatt Marathon 2011: Ein Ziel auf dem Riffelberg und für den Ultra auf dem Gornergrat

Die Favoritinnen der Damenkonkurrenz wurde durch die beiden Schweizerinnen Claudia Landolt und Tanja Amiet vertreten. Beide haben durch ihre Ergebnisse beim LGT Alpin-Marathon 2009 in Liechtenstein (Londolt 3. Rang und Amiet 1. Rang) eine hervorragende Ausgangssituation auf den Gesamtsieg des Mountain-Marathon-Cups. Zu dieser Wertung zählen neben Liechtenstein der Zermatt- und der Jungfrau-Marathon im September. Zermatt-Serien-Siegerin Lizzy Hawker lies sich bei der Startnummernübergabe entschuldigen.

Schon am frühen Morgen des 4. Juli 2009 wurde klar, dass die Macher des Zermatt Marathons wieder Wetterglück hatten. Vielleicht sogar etwas zu viel des Guten! Im Lauf des Tages wurde es drückend heiß. Mit Ausnahme der Premierenveranstaltung 2002, die Stefan Tassani-Prell und Carolina Reiber aus Deutschland in Regen, Schnee und Kälte gewannen, hatte es im Wallis immer hervorragende Laufbedingungen. Diesmal hätte es sogar paar Grad kühler seine dürfen - aber Marathon ist Outdoorsport.

Pünktlich um 9.25 Uhr schickte die Ehrenstarterin das Rekordteilnehmerfeld auf die Strecke. Zuerst die Elite-Läufer um den Favoriten Jonathan Wyatt und Claudia Landolt. Danach die Staffelläufer und schließlich das große Feld der restlichen Läufer. Nach einem kurzen Stück talauswärts ging es dem Ziel des Zermatt Marathons am Riffelberg entgegen. Stetig bergan!

Zuerst durch das tiefste Tal der Schweiz nach Zermatt. Etwa 500 Höhenmeter auf den ersten 21 Kilometern. Also eher modert - abgesehen von zwei kurzen, aber steilen Rampen - ging es durch duftende Bergwiesen und lichte Wälder. Meist noch auf Asphalt, teilweise schon auf Naturstraßen und Wanderwegen. Häufig entlang der sprudelnden Vispa.

Einmalig ist die "Fahrende Tribüne" für die nicht-laufende Begleitpersonen der Marathonis. Zwischen St. Niklaus und Zermatt begleitet ein Sonderzug der Matterhorn Gotthard Bahn die Läufer. Inklusiv einiger Stopps. Manchmal hautnah, manchmal aus der Ferne wurden die Läufer aus dem Zug angefeuert. Gute Laune und Winken auf beiden Seiten - bei Zuschauern und Aktiven.

Passiert wurden die ursprünglichen Walliser Bergdörfer Herbriggen, Randa und Täsch. Verpflegungsstände inklusive. Überragt wird dieser Streckenabschnitt durch die Drei- und Viertausender Bergriesen der Walliser Alpen. Kurz nach Täsch (Kilometer 15) ging es über Gebirgswege zum 1.600 Meter hochgelegenen Weltkurort Zermatt.

Euphorisch und lautstark empfing Zermatt die Läufer am Bahnhofsplatz, wo am Vorabend die Barilla-Pasta-Party stattfand. Hier wechselten die Staffeln den Stab, respektive das Armband. Anschießend ging es auf einer Runde durch Zermatt, zuerst durch die geschäftige Bahnhofstraße. Danach an der Vispa retour in den 600 Höhenmeter hohen und über zehn Kilometern langen Anstieg zur Sunnegga. Ab Zermatt dominierten auf den nächsten 1.000 Höhenmetern bis zum Ziel am Riffelberg, abgesehen von zwei kurzen Teerpassagen, Naturstraße, bzw. Wander- und Gebirgswege den Zermatt Marathon.

Nach Sunnegga quert die Route Richtung Riffelalp. Matterhorn voraus. Nach einer weiteren Rampe ging es bis Hotel Riffelalp leicht bergab. Die Ruhe vor dem Sturm. Eine letztes Kräfte sammeln - körperlich und mental. Denn nach Hotel Riffelalp ab Kilometerstein 39 der gnadenlose Schlussanstieg.

Wer den Dudelsack hört, der schafft es auch in Ziel!

Zuerst auf geschwungenen Wanderwegen und schließlich, immer steiler werden, entlang der Gornergratbahn bis Hotel Riffelberg. Immer dichter entlang der schützenden Galerie, immer ausgesetzter über dem steilen Hang. Kaum einer lief noch. Viele gingen mit auf den Oberschenkeln abgestützten Armen nach oben. Über Felsbrocken und losen Schotter. Langsam und Schritt für Schritt. Zuletzt über die mit Fangnetzen abgesicherten hölzernen, am fast senkrechten Felsen befestigen Skitrassen.

Wer ab diesen Punkt schließlich den Dudelsackspieler hörte, für den ist die Erlösung nahe. Es war keine Halluzination. Ab hier gabt es einfach kein Aufgeben mehr! Nur noch das letzte Steilstück unterhalb des Hotel Riffelberg. Über die Kante, durch das Zuschauerspalier hindurch in eine letzte Runde mit Auf und Ab. Alles schon in Sichtweite des Ziels und des Matterhorn. Finish bergab. Endlich da!

Jonathan Wyatt souverän bei seinem ersten Auftritt in Zermatt

Bereits auf der ersten Hälfte des Zermatt Marathons konnte sich der amtierende Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt vom Feld absetzten und strebte dem Ziel am Riffelberg fortan alleine entgegen. Bis Zermatt konnte einzig der Finne Anssi Raittila und Vorjahressieger Gerd Frick Schritt halten. Sie passierten die Streckenhälfte mit 1:13 Minuten, bzw. 1:46 Minuten Rückstand auf Wyatt. Ab hier spielte der Wyatt jedoch seine Routine aus! Bis zum Ziel auf dem 2582 Meter hohen Riffelberg erlief sich der sympathische Neuseeländer einen Vorsprung von 18:04 Minuten auf Raittila. Frick konnte das Tempo nicht weiter halten und fiel schließlich auf Platz fünf zurück. Wie vielen anderen Läufern setzte auch ihm die Hitze besonders zu. Helmut Schiessel nahm seine Chance wahr und konnte sich vom vierten Platz in Zermatt lief auf den dritten Platz im Ziel vorarbeiten.

Schönster Läufertag im Leben der Claudia Landolt

Bei den Damen siegte eine überglückliche Claudia Landolt (3:43:30 Stunden) vor ihrer Landsfrau Corinne Zeller (3:46:34 Stunden) aus Weissenburg. Das Siegerpodest komplettierte die Tschechin Michaela Mertova (3:51.59 Stunden) aus Prag. Mitfavoritin Tanja Amiet, die erst seit einem Jahr leistungsorientiert Laufsport betreibt, erreichten in 4:01.30 Stunden den fünften Platz hinter der Deutschen Britta Müller (3:57.49 Stunden). Lizzy Hawker, die Siegerin des Zermatt Marathons von 2006, 2007 und 2008, die bei Halbzeit etwa sechs Minuten hinter Landolt lag, wurde ein Opfer der Hitze und beendetet den Marathon nicht.

Nach der rundum gelungenen Veranstaltung 2009 kann man sich schon jetzt auf den 9. Zermatt Marathon 2010 freuen. Dieser findet am 10. Juli statt. Man darf gespannt sein, ob es wieder einen neuen Teilnehmerrekord und einen Streckenrekord gibt. Eins steht jetzt schon fest: Er wird auf einer sportlich herausfordernden und landschaftlich wunderschönen Strecke verlaufen. Ein junger Klassiker eben, der Zermatt Marathon!

Textquelle: Pressemitteilung; Bildermaterial: © 42zwei.com
Zum Thema