Am 7. März lief Robert Wimmer in 12 Stunden 145,2 Kilometer auf dem Laufband. Weltrekord! Im Interview äußerst sich Robert Wimmer zu seiem Weltrekord und seinen Plänen zum Transeuropalauf 2009, der am 19. April in Bari zum Nordkap startet.
Robert Wimmer lief in 12 Stunden 145,2 Kilometer auf dem Laufband. Weltrekord!
Am Samstag, den 7. März 2009 lief Robert Wimmer in 12 Stunden auf einem Laufband 145,2 Kilometer. Neuer Weltrekord! Am Sonntag, den 19. April beginnt der Transeuorpalauf an der italienischen Stiefelspitze in Bari. 64 Etappen und 4.500 Kilometer später finishen die Läufer am Nordkap in Norwegen. Favoit: Robert Wimmer. 42zwei.com sprach mit Robert Wimmer in Zirndorf bei Nürnberg.
42zwei.com - Robert, Du hast vor zwei Tagen in Nürnberg den 12-Stunden-Weltrekord auf dem Laufband von 141,77 km Kilometern auf 145,20 Kilometer verbessert. Kaum drei Tage später sieht Du schon wieder sehr frisch aus.
Robert Wimmer - Ja mir geht es hervorragend, weil Erfolg macht glücklich! Ich wusste, dass der Rekordversuch auf dem Laufband anstrengend werden würde und es war auch anstrengend, aber trotzdem war es nicht so hart wie ich es zuvor erwartet hatte. Danach hatte ich weder Kreislauf-, Magen- oder orthopädische Probleme. Lediglich in den Oberschenkeln hatte ich einen schweren Muskelkater. Deshalb lasse ich es in dieser Woche locker angehen. Auch wenn ich heute Morgen schon wieder meine 12 Kilometer zum Arbeitsplatz gelaufen bin. Abends werde ich die gleiche Strecke zurücklaufen.
42zwei.com - Hast Du Dich für den Weltrekordversuch auf dem Laufband speziell vorbereitet oder waren der 12-Stunden-Laufband-Weltrekord selbst Vorbereitung auf den Transeuropalauf 2009, bei dem Du als einer der Favoriten giltst.
Robert Wimmer - Der Laufband-Weltrekordversuch war einerseits natürlich als lange Trainingseinheit gedacht. Andererseits haben wir die Presse auf unseren Sport und auf die Down-Syndrom-Marathonstaffel aufmerksam machen wollen, für die wir mit der verbunden Spendenaktion immerhin über 3.000 Euro erlaufen konnten.
Die Trainingspriorität in den zurückliegenden Monaten war eindeutig auf den Transeuropalauf 2009 ausgerichtet. Dabei standen Trainingsumfängen mit bis zu 1.000 Laufkilometern im Monat und Wochenspitzen bis zu 350 Kilometern auf dem Plan.
Lediglich um das Tempogefühl und den Rhythmus für das Laufband zu bekommen, war ich dreimal für etwa eine Stunde auf einem Laufband. Das hat mir auch genügt. Ich denke nicht, dass man sich dafür speziell auf dem Laufband vorbereiten muss.
42zwei.com - Also absolvierst Du Dein Training ausschließlich auf der Straße?
Robert Wimmer - Genau. Auf Radwegen, Landstraßen und in den Straßenschluchten der Großstädte. Eben dort, wo der Transeuropalauf, den ich auch als meinen sportlichen Lebenshöhepunkt betrachte, stattfindet. So kann ich meinen Körper am besten an die spezifischen Belastungen gewöhnen.
42zwei.com - Auf dem Laufband bist Du ein sehr gleichmäßiges Tempo gelaufen. Kontinuierlich fast exakt 5 km/h. Ist das allgemein Deine Art so gleichförmig zu laufen.
Robert Wimmer - Eigentlich bin ich das beste Beispiel für unvernünftiges Einteilen meiner Tempi bei Wettkämpfen. In sofern ist das Laufband für mich ein klasse Erziehungsmittel gleichmäßiger zu laufen. Denn das Laufband gibt mir die Geschwindigkeit vor! Für die Laufband-Aktion habe ich mir einen engen Zeitkorridor von 11,8 bis 12,3 km/h gesetzt. Das konnte ich perfekt umsetzten.
Dagegen habe ich es bei Straßenwettkämpfen auch nach über 20 Jahren Lauferfahrung bis heute nicht geschafft mich - besonders anfangs - zu zügeln und insgesamt kontinuierlicher zu laufen. In sofern ist der 12-Stunden-Laufband-Weltrekord ein gutes Lehrstück gewesen, langfristig ausgewogener zu laufen.
42zwei.com - Dein Training ist sehr umfangreich und zeitintensiv, darüber hinaus stehst Du voll im Berufsleben und hast Familie. Wie schaffst Du das zeitlich zu vereinbaren?
Robert Wimmer - Ich bin sehr stolz auf mein Motto Lebenstriathlon: Arbeit, Familie und Hobby. Natürlich mit wechselnden temporären Anteilen, die aber langfristig in Balance zueinanderstehen müssen.
Grundsätzlich versuche ich sehr effizient mit meinem Zeitmanagement zu sein. Als geschäftsführender Augenoptikermeister in Zirndorf komme ich wöchentlich auf etwa 45 Arbeitsstunden. Trotzdem bleibt dann noch mächtig Zeit, schließlich hat man pro Woche sieben Tage mit 24 Stunden Zeit! Den Arbeitsweg lege ich beispielsweise laufend zurück, da komme ich auf zweimal 12 Kilometer am Tag. Wenn meine Kinder (sechs und zehn Jahre) abends schlafen, kann ich meistens nochmals eine Runde zwischen zehn und 30 Kilometer anhängen.
42zwei.com - Wie sieht Deine Planung für die nächsten sechs Wochen bis zum Start des Transeuropalaufs am 19. April 2009 im italienischen Bari aus.
Robert Wimmer - Der Kuchen ist gebacken, jetzt muss er nur noch aufgehen! Ich komme jetzt in die Phase der Überkompensation - ich kann jetzt die Leistung abrufen, für die über ein Jahr trainiert habe.
Jetzt lasse ich eher etwas gemütlich angehen. Diese Woche stehen nur einige leichte Laufeinheiten ohne Kilometervorgaben an. In den darauf folgenden drei bis vier Wochen sind wieder Trainingsumfänge 200 Kilometer geplant. Kombiniert mit Tempoeinheiten, um den Laufstil wieder zu pflegen, der beim Laufband-Weltrekord schon gelitten hat. Und danach folgen Wochen des Taperings d. h., ich reduziere den Kilometerschnitt massiv, erhole mich mit Massagen und Saunagängen. Außerdem werde ich mich zu dieser Zeit verstärkt mental auf den Transeuropalauf vorbereiten.
42zwei.com Robert, vielen Dank das Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast ich wünsche Dir für den Europlauf alles Gute und viel Erfolg.
Robert Wimmer Vielen Dank. Ich sehne den Start in Bari schon ungeduldig herbei. Wegen mir könnte es heute schon losgehen!