Simone Niggli-Luder ist das Aushängeschild des ersten Snow Run vom Samstag in Arosa. "Ich möchte den Lauf mit einem Lächeln auf den Lippen bestreiten", sagt die 15-fache Orientierungslauf-Weltmeisterin.
Simone Niggli-Luder ist 15-fache Weltmeisterin im Orientierungslauf.
Der Snow Run gilt als europaweit einzigartig. Wie stellen Sie sich auf diese Premiere ein?
Simone Niggli-Luder: Ich lasse mich überraschen und gehe ohne spezielle Erwartungen nach Arosa. Ich freue mich sehr auf diese Premiere.
Worin liegt der Reiz des Snow Run?
Ich finde es wunderbar, an einem Wintertag draussen rennen zu gehen. Die verschneite Landschaft hat ihren besonderen Reiz, und auch das Rennen auf dem Schnee ist speziell. Zudem ist natürlich das gemeinsame Erlebnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einmalig.
Beim Testlauf vor Jahresfrist lobten die Gestarteten unter anderem die einzigartige Atmosphäre. Worauf sind Sie am meisten gespannt?
Ich freue mich sehr aufs gemeinschaftliche Laufen und bin überzeugt, dass nicht unbedingt nur die Leistung im Vordergrund stehen muss. Ich bin gespannt, wie sich die Strecke präsentieren und wie anstrengend es sein wird, die 19,2 Kilometer und 695 Höhenmeter auf Schnee zu bewältigen.
Was erachten Sie auf der Königsdistanz als grösste Tücken?
Wenn es tiefen Schnee hat, so wird es sicher doppelt anstrengend. Ich werde versuchen, das Rennen gut einzuteilen, so dass ich auch am Schluss noch mit Freude rennen kann.
Kommt Ihnen als Orientierungsläuferin die kupierte Strecke mit den vielen Höhenmetern entgegen?
Grundsätzlich denke ich schon. Allerdings geht es im OL immer auf und ab, in Arosa verlaufen die ganze Steigung und der Abstieg an einem Stück.
Betrachten Sie die Teilnahme als willkommene Trainingsalternative oder nehmen Sie die Crazy Snow Distance ambitioniert und mit Siegesabsichten in Angriff?
Ich habe keine Siegesabsichten. Ich möchte diesen Lauf mit einem Lächeln auf den Lippen bestreiten und nutze ihn natürlich als super Training.
Ihr Mann Matthias absolviert dieselbe Strecke. Laufen Sie zusammen?
Das haben wir noch nicht besprochen. Wenn er ebenfalls nicht auf Zeit laufen will, so werden wir wahrscheinlich zusammen laufen.
Und wer hütet die gemeinsame Tochter Malin?
Die Direktions-Ehefrau des Arosa Kulm Hotel, in dem wir übernachten.
Wie gelingt es Ihnen eigentlich, Spitzensport und Familie unter einen Hut zu bringen?
Das ist eine Frage von guter Organisation. Ich war schon immer gerne bestens organisiert, doch nun ist noch einiges mehr dazu gekommen. Mit meinem Mann sowie meinen Eltern und Schwiegereltern habe ich ein optimales Umfeld, das mir hilft, das Training und die Betreuung von Malin unter einen Hut zu bringen. Ich versuche, dass ich in beiden Teilen zufrieden sein kann.
Wie präsentiert sich denn Ihr sportliches Programm in der kühleren Jahreszeit?
Es stehen viele Ausdauereinheiten auf dem Programm. So Lauf- und wöchentlich ein bis zwei spezifische OL-Trainings. Zudem verbringe ich recht viel Zeit im Kraftraum sowie mit Aqua Jogging und Spinning. Vom Umfang her ist dies eigentlich die aufwändigste Zeit.
Bestreiten Sie im Winter noch weitere Wettkämpfe abseits der Wälder?
Im Januar und Februar beteilige ich mich sehr wahrscheinlich noch an einem oder zwei Crossläufen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie die Veranstaltungen aus?
Sie sollten in mein Programm passen und mich reizen.
Zurück zum Snow Run. Können Sie sich vorstellen, dass er sich zu einem fixen Bestandteil in Ihrem winterlichen Programm entwickelt?
Sehr gut sogar, denn ich erachte ihn als überaus reizvoll.
Wie schätzen Sie seine Zukunft ein?
Ich kann mir gut vorstellen, dass er einen festen Platz im Läuferprogramm finden wird. Gerade in diesem Bereich gibt es noch nicht viele Veranstaltungen.
Mit Simone Niggli-Luder sprach Anita Fuchs