Dienstag, 9. März 2010

Swiss Snow Run & Walk in Engelberg

Schneetreiben fordert die Läufer

1031 Teilnehmende aus sechs Ländern haben am Swiss Snow Walk & Run vom Samstag in Engelberg den schwierigen Bedingungen getrotzt. Die einen freuten sich am andauernden Schneefall, für andere erschwerte er die Aufgabe (zu) sehr.

Läufergruppe beim Swiss Snow Run 2010. Witterungsbedingt musste er auf einer verkürzten Strecke abgehalten werden.

Läufergruppe beim Swiss Snow Run 2010. Witterungsbedingt musste er auf einer verkürzten Strecke abgehalten werden.

Crazy soll die 21,1 Kilometer lange und mit 800 Höhenmetern gespickte Königsdistanz am Swiss Snow Walk & Run sein. Verrückt spielte am Samstag aber auch das Wetter: Heftiger Wind und akute Lawinengefahr im obersten Streckenteil verhinderten die Durchführung der Crazy Snow Distance. An Stelle des Halbmarathons absolvierten die für die Hauptdistanz gemeldeten Walker und Läufer die zwölf Kilometer messende und 260 Höhenmeter umfassende Long Snow Distance. Statt den Trübsee (1800 m ü.M.) erklommen sie bei permanent heftigem Schneefall die Talstation Aelplerseil (1260 m ü.M.) als Dach der Strecke.

Reithebuchs Triple, Risis Premiere

Obwohl Sicherheitsüberlegungen im Vordergrund standen: Der Streckenänderungs-Entscheid stiess längst nicht bei allen Betroffenen auf Verständnis. Zu gerne hätten sie sich auch bei den garstigen Bedingungen der verrückten Herausforderung gestellt. Bei anderen wiederum stellte sich während des Walkens respektive Laufens ein Gesinnungswandel ein, und die Enttäuschung wich der Erleichterung. "Das war hart genug", meinte beispielsweise Thomas Meier aus Wettingen, der das Ziel mit dem laufenden Hauptharst erreichte.

Noch etwas schneller unterwegs war André Reithebuch; der amtierende Mister Schweiz hatte sichtlich Spass und lobte die Veranstalter nach seiner dritten Teilnahme an einem Swiss Snow Walk & Run in höchsten Tönen: "Sowohl in Leysin als auch in Arosa und nun in Engelberg sind die Organisation und die Stimmung super." Ein Greenhorn bezüglich des Anlasses war hingegen Bruno Risi; der unlängst vom Spitzensport zurückgetretene Rad-Bahnspezialist walkte sogar zum ersten Mal. "Mir hat es wahnsinnig gut gefallen, und ich bin jetzt ein richtiger Walking-Fan", so der Urner.

Ein Hauch von Romantik

Wie der Grossteil der Gestarteten störte sich die Sixdays-Legende nicht an den garstigen Bedingungen. Im Gegenteil: "Die verschneiten Wälder machten den Anlass irgendwie romantisch", meinte Bruno Risi während der Snow-Afternoon-Party mit den Stimmungsmachern PopAlpin. Keineswegs nach Romantik zumute war vereinzelten Teilnehmenden, unter ihnen Wiltrud Widmer. "Snow Running ist bei diesem schwer einschätzbaren Untergrund nichts für mich", erkannte die für die Crazy Snow Distance gemeldete Läuferin aus Brienz.

Keinerlei Mühe mit dem Tiefschnee und den teils vom Wind verwehten Spuren bekundete Adrian Brennwald, welcher den Lauf von Anfang an dominierte und die Konkurrenz letztlich um mehr als zwei Minuten distanzierte. "Ich bin es gewohnt auf Schnee zu trainieren", so der Ausdauerathlet aus Aeugst am Albis, der bevorzugt verschiedene Ultrawettkämpfe absolviert. Interessanterweise triumphierte bei den Frauen mit Andrea Huser (Aeschlen ob Gunten) ebenfalls eine Multisportlerin auf der Langdistanz.

Wer es am Swiss Snow Walk & Run etwas gemütlicher nehmen wollte, legte die Short Snow Distance (6,5 Kilometer/140 Höhenmeter) zurück. Als willkommene Abwechslung diente sie Beatrice Oester aus Emmenbrücke, welche letztes Jahr walkte und diesmal die Schneeschuhe befestigte. "Mit Schneeschuhen ist es anstrengender", meinte sie.

Röthlin: "Mit der Sonne im Herzen"

Egal ob die total 1031 Gemeldeten aus sechs Ländern mit oder ohne Stöcke walkten und mit oder ohne Schneeschuhe liefen: Viktor Röthlin hatte Freude an allen Teilnehmenden. "Es ist schön zu sehen, dass die Leute etwas für ihre Gesundheit tun", sagte der als Botschafter von Hauptsponsor Helsana anwesende, jedoch nicht aktiv mitlaufende Marathonspezialist. Den Swiss Snow Walk & Run betrachtet er als reinen Erlebnislauf. "Sie scheint zwar nicht, doch ich würde mit der Sonne im Herzen laufen."

Rangliste (Läufer) unter www.snowrun.ch .

Textquelle: Pressemitteilung; Bildermaterial: © Ralf Graner
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