Berlin, Rotterdam, Dubai und Frankfurt. Das sind die schnellsten Marathonstrecken der Welt! Wilson Kipsang (Kenia) führt Frankfurt mit seinem Kursrekord von 2:04:57 Stunden in den weltweit kleinen Kreis der Marathonstrecken mit Streckenbestzeiten unter 2:05 Stunden ein.
Das Hauptfeld auf der Alten Brücke vor der Skyline Frankfurts.
Der Tag des Commerzbank Marathon Frankfurt bot perfekte Bedienungen für Langstreckenläufer. Und diese wurden perfekt genutzt - von Spitzenathleten und Hobbyläufer. Allen voran lief Wilson Kipsang im Ziel des Commerzbank Frankfurt Marathon in der Frankfurter Festhalle ein. Die Uhr blieb bei 2:04:57 Stunden stehen und macht den Commerzbank Marathon Frankfurt 2010 zum viertschnellsten Marathon der Welt.
Wilson Kipsangs 2:04:57 Stunden ist die zehntschnellste bis heute gelaufen Marathonzeit! Dabei hatte der 28-jährige Kenianer "nur" eine 2:05er Zeit anvisiert. Persönliche Bestzeit, Streckenrekord und Sieg waren die Ziele selbstbewussten Wilson Kipsangs. Seit seiner Marathonpremiere im Frühjahr 2010 in Paris hat er sich gezielt auf Frankfurt vorbereitete. Im Rennen achtete er besonders auf den angriffsstarken Äthopier Tadese Tola, den Sieger des Paris Marathons 2010. "Bei Kilometer 35 wusste ich, dass ich gewinnen kann und habe das Tempo entsprechend verschärft. Dann wusste ich auch, dass es unter 2:05 Stunden geht und habe das Tempo entsprechend gestaltet. Ich wollte eine persönliche Bestzeit und einen Streckenrekord, aber eine 2:05er Zeit laufen," erläuterte Wilson Kipsang in der anschließenden Pressekonferenz.
Aber nicht nur Wilson Kipsang überzeugte mit einer hervorragenden Zeit. Hinter Wilson Kipsang, der sich insgesamt eine Prämie von 95.000 Euro verdiente, wurde Tadese Tola mit 2:06:31 Stunden Zweiter. Auch die nächsten beiden erzielten noch Weltklassezeiten: Elias Chelimo lief 2:07:04, Philip Sanga (beide Kenia) erreichte 2:07:11. Die ersten sechs Männer liefen alle persönliche Bestzeit. Mit dieser überragenden Gesamtleistung ermöglichten sie dem ältesten deutschen Stadtmarathon zudem den Sprung in die Top-10-Liste der schnellsten City-Marathonrennen der Welt. Hier wird die Durchschnittszeit der besten zehn je beim jeweiligen Rennen gelaufenen Männer-Zeiten zugrunde gelegt. Mit einer Durchschnittszeit von 2:06:53,5 (vorher: 2:07:39,6) hat sich Frankfurt gleich auf Platz sieben geschoben.
Schnell, schneller, Frankfurt
Und noch mehr bemerkenswerte Resultate produzierte das Ausnahmerennen am Main: Gemessen an den kombinierten Siegzeiten (Männer und Frauen) war Frankfurt heute der bisher zweitbeste Marathon des Jahres. Nur der London-Marathon war im April noch etwas hochklassiger als der Commerzbank Frankfurt Marathon. 4:27:19 Stunden liefen die Sieger in London zusammengerechnet, 4:28:22 ist die Frankfurter Zeit. An dritter Stelle steht Paris mit 4:28:45. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist der Commerzbank Frankfurt Marathon der schnellste deutsche Marathon des Jahres. In Berlin betrug die Siegzeit - allerdings bei sehr schlechten Wetterbedingungen - 2:05:08 Stunden.
Wilfred Kigen, von 2005 bis 2007 Seriensieger des Frankfurt Marathons, spielte diesmal keine Rolle, obwohl der 35-jährige Kenianer noch im Vorfeld der Veranstaltung hoffte seine persönlich Bestzeit zu verbessern. Der Gewinner des Hamburg-Marathons 2010 stieg bereits kurz nach Kilometer 10 aus dem Rennen aus.
Falk Chierpinski entäuscht von eigerner Zeit
Als bester Deutscher kam Falk Cierpinski (SG Spergau) in 2:20:43 Stunden auf Rang 31. Er litt einmal mehr unter starkem Seitenstechen. "Ich bin enttäuscht. Hatte ab Kilometer 12 wieder Probleme und Schmerzen auf der rechten Seite vom Nacken abwärts. Dadurch hatte ich am Ende auch Seitenstechen, denn es blockiert das Zwerchfell. Wir denken, es kommt von den Weisheitszähnen, die werden nun in den nächsten Wochen herausgenommen," erklärte der sichtlich niedergeschlagene Chierpinski auf der anschließenden Pressekonferenz. Das er es kann, hatte er vor drei Wochen in Berlin gezeigt. Zehn Kilometer war er in unter 30 Minuten gelaufen - ohne körperliche Beschwerden. "Ich will endlich mal wieder schnell laufen, es nervt, wenn man nicht zeigen kann, was man drauf hat. Ich weiß, dass ich schneller laufen kann und an meine Bestzeit von 2:13:30 mindestens heran laufen kann." Das Laufjahr 2010 hat Chierpinski als Rückschlag abgehackt, oberstes Ziel ist jedoch nach wie vor der olympische Marathon 2012 in London.
Spannendes Damenrennen
Auch im Frauenfeld des 29. Commerzbank Frankfurt Marathon 2010 purzelten die Rekorde. Caroline Kilel macht mit einer Zeit von 2:23:25 Stunden einen kenianischen Doppelsieg perfekt. Sie wurde auf der Strecke bis Kilometer 30 von ihrem Ehemann als Pacemaker begleitet und konnte ihre persönliche Bestzeit und den Streckenrekord deutlich verbessern. "Das hatte ich nicht erwartet. Die Rivalität zwischen Kenia und Äthiopien hat mich noch einmal angespornt. Bei meiner Attacke bei Kilometer 40 war ich sicher, dass ich gewinne," erklärte sie nach ihrem Erfolg sichtbar glückliche Caroline Kilel. Doch das Finish im Damenfeld war äußerst knapp. Keine 20 Sekunden nach Caroline Kilel lief die äthopische Favioriten Dire Tune (2:23:44) ins Ziel in der Frankfurter Festhalle, gefolgt von Agenes Kiprop (Kenia, 2:24:07). Auch die Vierte, Isabellah Andersson aus Schweden, finishte mit 2:25:10 immer noch unter dem alten Streckenrekord.
Auch der Resssortleiter Topathleten beim Commberzbank Frankfurt Marathon, Christoph Kopp, zeigte sich von den Leistungen der Elite-Läufern begeistert: "Wir haben einen Quantensprung geschafft. Die Bedingungen waren nicht besser als 2009. Die Pacemaker haben gut gearbeitet und die Athleten haben die Skeptiker über die Frankfurter Strecke mit vielen Kurven widerlegt."
Alle Ergebnisse finden sich auf der Website www.frankfurt-marathon.com.