Beim Fränkische Schweiz Marathon am 4. September 2012 werden wieder ein ganze Armada von Zugläufern für eine zeitliche Punktlandung sorgen. Einer von ihnen ist Erwin Bittl, er ist schon quer durch Indien gelaufen, hat Cuba per Pedes von seiner schönsten Seite kennen gelernt und hat mit 40 Jahren die marokkanische beim legendären "Marathon des Sables" durchquert.
Beim Fränkische Schweiz Marathon bleibt dank der Zug- und Bremsläufer niemand auf der Strecke.
Erwin Bittel, Markenzeichen Lederschlapphut, ist Jahrgang 1960 und lebt im fränkischen Neuendettelsau. Er ist ein erfahrener Marathon- und Ultraläufer, Laufcoach und Trainer. Als Nachfolger oder Imitator des Extremläufers Achim Heukemes aus Gräfenberg, der derzeit die USA in beiden Richtungen durchquert und dabei weniger als 80 Tage benötigen will. Nein, Erwin Bittl versteht Laufen als "Medizin", die ihm hilft "das Leben in Ruhe und Leichtigkeit zu meistern, den Körper langsam wieder zum Laufen zu bringen". Eines hat er mit Heukemes jedoch gemein: Beide laufen gerne den Fränkische Schweiz- Marathon.
Bittels Auffassung von einem "Zugläufer" ist eher gegenteilig. "Man sagt immer ,Zugläufer', doch die meiste Zeit sind wir Bremsläufer, zähmen die wild losstürmenden Marathonläufer zu Beginn. Die meisten Fehler werden zu Beginn gemacht, indem man ,sein Pulver schnell verschießt'". Erwin Bittl muss es wissen! Schließlich war er bereits beim 1. Fränkische Schweiz Marathon als Zugläufer dabei und anschließend bei fast allen Weiderholung den FS-Marathons.
"Ein Zugläufer braucht viel Marathon-Erfahrung, muss konstant laufen können wie ein Tempomat im Auto, sollte mindestens 30 Minuten schneller können als die Zeit, die auf seinem T-Shirt als Zielzeit steht und muss bereit sein, die Verantwortung für die in vollstem Vertrauen hinterher kommenden Läufer zu übernehmen. Man sollte unterhaltsam sein, ab und zu etwas plaudern (zu zweit geht das besser), das lenkt die Läufer ab und beruhigt. Wir sind auch deswegen immer ein 2er-Zugläufer-Team, damit einer zurückfallende Läufer (z.B. an Getränkestellen) langsam wieder heranführen kann. Das Schöne am Leben eines Zugläufers ist, dass er diese Verantwortung genießt, die Erfolge am Ende live miterlebt, also seine Früchte selbst ernten kann. Es ist wunderbar dabei zu sein, wenn ein Läufer eine neue persönliche Bestzeit erreicht! Zudem genießen wir Zugläufer natürlich die Landschaft und das Publikum, da wir ja langsamer laufen als wir könnten".
Neben Erwin Bittel laufen 13 weitere "Pacemaker" beim Fränkische Schweiz- Marathon mit, die folgende Zeiten repräsentieren: 3:30, 3:45, 4:00, 4:15, 4:30, 4:45 und 5:00 Stunden. Alle Zielzeiten von 3:45 bis 5:00 Stunden sind doppelt besetzt. Dies heißt, wenn Eine(r) oder Mehrere aus der geführten Gruppe schwächeln, wird ein(e) Zugläufer(in) bei diesen Teilnehmern bleiben, der andere Zugläufer wird die übrigen Läufer(-innen) der Gruppe begleiten, um die angestrebte Zielzeit zu realisieren.