Freitag, 11. November 2011

Ultraläuferin Lizzy Hawker am Dach der Welt unterwegs

Unfreiwillig vom Great Himalaya Trail zum Everest Sky Race

Die britische Ultraläuferin Lizzy Hawker musste ihr Vorhaben, den 1.000 Meilen langen Great Himalaya Trail zu bewältigen, aufgrund des Verlustes ihrer Kommunikationsausrüstung vorzeitig beenden. Dies hielt Hawker jedoch nicht davon ab, die Einladung zum körperlich anspruchsvollen Everest Lauf anzunehmen.

Nach dem Abruch der Expedition

Nach dem Abruch der Expedition "Sky Dance" startet die Ultraläuferin Lizzy Hawker beim Everest Sky Race 2011.

Die The North Face® Athletin hat sich mit ihrer Ultralauf-Karriere und ihrem aktuellen Weltrekord mit 247 km bei dem 24-Stunden-Lauf der Commonwealth Ultra Championships im britischen Llandudno weltweit einen Namen gemacht. Mit ihrer Expedition "Sky Dance" wollte sie nun dem Great Himalaya Trail quer durch Nepal folgen - vom Base Camp Kangchendzönga im Osten bis nach Hilsa an der westlichen Grenze zu Tibet. Ziel war es, Nepal auf Hochgebirgspfaden schnell, mit leichtem Gepäck und minimaler Unterstützung zu durchqueren.

Hawker war am 10. Oktober von Kathmandu nach Kanchendzönga ins 5.144 m hoch gelegene Base Camp aufgebrochen, das sie am 13. Oktober erreichte. Hier befand sich der eigentliche Startpunkt der Expedition "Sky Dance". Nachdem Hawker zunächst am Nango La (4.776 m) und Lumbha Sambha La (5.100 m) gut vorwärts gekommen war, kam sie vom Weg ab. Dabei verlor sie in einem entscheidenden Moment eine kleine Tasche, in der sie ihre Kommunikationsausrüstung und Genehmigungen mit sich führte. Aufgrund des Verlustes dieser lebenswichtigen Ausrüstung musste Hawker das Projekt schließlich abbrechen - sie traf am 25. Oktober wieder in Kathmandu ein.

Lizzy Hawker berichtet von ihrem Rückschlag

"Alles hatte so gut angefangen. Ich kam gut voran und hatte großen Spaß an der Expedition. Dann kam ich in einer abgelegenen Region zwischen den Gebieten Kanchendzönga und Makalu zwischen zwei Dörfern kurz vom Weg ab. In einem großen dunklen Wald von Himalaya-Ausmaßen verlor ich dann wohl etwas den Überblick. Ich brauchte einige Zeit, um einen sicheren Weg nach unten zu finden, wo sich die einzige Brücke über einen Sturzbach befand. Sich durch Dickicht den Weg zu bahnen ist langwierig, mühselig und schmerzhaft. Aber das Entscheidende war, dass ich dabei meine kleine Tasche verlor, in der ich alles Wichtige aufbewahrte: Satellitentelefon, Visa für die gesamte Reise, Solarzelle, Kamera, Geld, Kompass, Karten für das aktuelle Gebiet und so weiter.

Auf so einer Reise ist Kommunikation überlebenswichtig und ohne meine hart erkämpften Reisevisa für ganz Nepal blieb mir nichts anderes übrig als abzubrechen. Das Schlimmste war, dass ich ohne Kommunikationsgeräte niemandem Bescheid geben konnte, dass es mir gut ging. Ich wusste, wie viel Angst und Sorgen ich anderen damit bereitete. Das tut mir von Herzen leid. Ich konnte die Liebe und die Unterstützung meiner Familie, meiner Freunde und der vielen Menschen, die meine Reise mitverfolgten, deutlich spüren", erinnert sich Hawker.

Phönix aus der Asche - Hawker nimmt am Everest Sky Race teil

Hawker lässt sich von ihrem Rückschlag nicht entmutigen und wird ihre Zeit im Himalaya weiter nutzen. Sie hat eine Einladung zum herausfordernden Everest Sky Race 2011 angenommen. Das neuntägige organisierte Rennen startete am 30. Oktober. Die Strecke führt über 200 km (mit 110 km Anstieg und 70 km Abstieg) von Dolakha über das Rolwaling Valley, mit Überquerung von Tashi Lapsa (5.755 m), Renjo La (5.340 m), Gokyo La / Ri (5.350 m) sowie Cho La (5.420 m) und Besteigung des Kala Pattar (5540m). Schließlich endet das Everest Sky Race am Base Camp Ama Dablam (4.700 m).

Als zusätzliche Herausforderung wird Hawker außerdem versuchen, vom Everest Base Camp zurück nach Kathmandu zu laufen. Sie wiederholt damit ihren Lauf von 2007, bei dem sie gemeinsam mit Stephen Pyke und Mark Hartell bereits einen Rekord aufgestellt hatte. Ziel des Everest Sky Race, das von der Nepalesischen Athletikvereinigung unterstützt wird und an der sowohl internationale als auch nepalesische Läufer über verschiedene Abschnitte teilnehmen, ist es, für Trail Running in Nepal zu werben. Daneben wollen die Sportler die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, wie sehr Sport durch seine mentalen und körperlichen Herausforderungen das Leben bereichern kann.

Wer möchte, kann Lizzy Hawker "live" im Himalaja verfolgen. Via Twitter unter folgenden Adressen: www.twitter.com/lizzihawker . Weitere Tweets über Lizzy Hawker auch von The North Face® unter www.twitter.com/thenorthfaceeu .

Textquelle: Pressemitteilung; Bildermaterial: © The North Face® / Richard Bull